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Abfindung

Eine Abfindung ist laut Deutschem Arbeitsrecht eine außerordentliche Einmalzahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer. Anlass dieser Zahlung ist die Entschädigung aufgrund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Wann besteht Anspruch auf eine Abfindung?

Im Allgemeinen haben Arbeitnehmer bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses keinen Anspruch auf den Erhalt einer Abfindung. Auch durch eine vom Arbeitgeber ausgesprochene Kündigung besteht nicht automatisch ein Anspruch auf Abfindung.

Dennoch gibt es Ausnahmesituationen, in denen Arbeitgeber zu der Zahlung einer Abfindung verpflichtet sind, beziehungsweise in denen die Arbeitnehmer eine Abfindung rechtlich für sich beanspruchen können. Diese Ausnahmesituationen richten sich in der Regel nach den jeweiligen Arbeitsverträgen, Geschäftsführerverträgen, Sozialplänen oder auch Traifverträgen.

Häufig werden Abfindungen trotzdem gezahlt, auch wenn im Grund kein Anspruch auf diese besteht, da die Unternehmen das Risiko eines Gerichtsverfahrens vermeiden wollen.

Wie hoch sind Abfindungen in der Regel?

Bei Abfindungsverhandlungen wird sich meist an der Daumenregel orientiert. Diese Regel besagt, dass ein halbes bis ganzes Brutto-Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr angemessen ist. Ist ein Arbeitnehmer beispielsweise 20 Jahre in einem Unternehmen beschäftigt und hatte zuletzt ein monatliches Bruttoeinkommen von 3.500€, so beläuft sich eine normale Abfindung auf 35.000 bis 70.000€.

Abhängig von der Verhandlungssituation und der Leistungsfähigkeit des Arbeitsgebers kann die Abfindung aber auch weit unter oder über der normalen Abfindung liegen.

Kündigungsschutzprozess und Abfindung

Sollte das Arbeitsgericht feststellen, dass die Kündigung seitens des Arbeitgebers unwirksam war und sofern es dem Arbeitnehmer nicht mehr zuzumuten ist, dass er unter dem Arbeitgeber arbeitet, kann das Gericht eine Abfindung festsetzen. Ein solches Urteil ist allerdings eher selten, Vergleiche zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind eher die Regel.

Müssen auf eine Abfindung Einkommenssteuer und Sozialleistungen gezahlt werden?

Ist die Abfindungszahlung so hoch, dass sich durch die Erhöhung des Bruttojahresgehalts der individuelle Steuersatz verändert, hat dies Einfluss auf die Einkommenssteuer. Doch mit der Fünftelregelung können Steuern gespart werden. In diesem Fall wird so gerechnet, als wären die Abfindungszahlungen auf die nächsten fünf Jahre verteilt worden.

Da eine Abfindung kein Arbeitsentgelt ist, muss der Arbeitgeber keine Renten-, Pflege- Kranken- oder Arbeitslosenversicherungsbeiträge zahlen.

Abfindung und Arbeitslosengeld

Trotz der Auszahlung einer Abfindung haben Arbeitnehmer den vollen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Die Abfindung wird nicht auf die Sozialleistungen angerechnet. Eine Ausnahme ist jedoch, wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf ein frühzeitiges Ausscheiden des Arbeitnehmers einigen, was zur Folge hat, dass die ordentliche Kündigungsfrist nicht eingehalten wird. Der Anspruch des Arbeitslosengeldes ruht in diesem Fall bis zum ordentlichen Ablauf der Kündigungsfrist.

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