Ihre Steuerberater Richter Ebner Schreier

Kleinunternehmer

Wer ist Kleinunternehmer?

Ein Kleinunternehmen ist, anders als ein Einzelunternehmen, keine eigene Rechtsform. Der Status des Kleinunternehmens kann gänzlich unabhängig von der Unternehmensform erlangt werden. Sowohl Personengesellschaften, Einzelunternehmen, Kapitalgesellschaften als auch Freiberufler können Kleinunternehmer sein.

Ob man ein Kleinunternehmer ist, entscheidet sich bei dem Blick auf die voraussichtlichen jährlichen Umsätze. Die rechtliche Grundlage dazu bildet das Umsatzsteuergesetz § 19:
„Die für Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 geschuldete Umsatzsteuer wird von Unternehmern, die im Inland oder in den in § 1 Abs. 3 bezeichneten Gebieten ansässig sind, nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17 500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50 000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird.“

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das:

Die Umsätze inklusive der Umsatzsteuer im vergangenen Geschäftsjahr lagen unter 17.500 € und die Umsätze im aktuellen Geschäftsjahr überschreiten das Limit von 50.000 € nicht.

Steuerpflichten als Kleinunternehmer

Unternehmer, die sich für den Status des Kleinunternehmers entscheiden, erhoffen sich dadurch einen steuerlichen Vorteil. Wie viel Steuern ein Kleinunternehmer jedoch wirklich zahlen muss, hängt maßgeblich von dem Umsatz ab. Auch ein Kleinunternehmen zahlen die herkömmlichen Steuern: Einkommenssteuer bzw. Kapitalertragssteuer, Lohnsteuer und Gewerbesteuer.

Erleichterungen für Kleinunternehmer

Im Einzelnen hat der Kleinunternehmer aufzuzeichnen:

  • alle vereinnahmten Entgelte – getrennt nach Steuersätzen
  • alle Entgelte für steuerfreie Lieferungen und sonstige Leistungen sowie innergemeinschaftliche Erwerbe
  • die Bemessungsgrundlagen für die unentgeltlichen Wertabgaben

Kleinunternehmer sind vom Großteil der Umsatzsteuer-Verwaltungsaufgaben befreit. Die Einnahmen, die ein Kleinunternehmer für seine Lieferung und Leistung von seinen Kunden bekommt, gilt als Grundlage für die Berechnung der Mehrwertsteuer bzw. der Umsatzsteuer.

Abgrenzung: Kleinunternehmer und Kleingewerbetreibende

Kleinunternehmer:

Kleinunternehmer können u.a. Freiberufler, Selbstständige, Forstwirte und auch Gewerbetreibende sein. Wichtigste Voraussetzung ist aber, dass der Vorjahresumsatz und der Umsatz des aktuellen Geschäftsjahres die gesetzlichen Grenzen nicht überschreiten.

Kleingewerbetreibende:

Kleingewerbetreibende sind Gewerbetreibende, bei denen „das Unternehmen nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht erfordert” (§ 1 Abs. 2 Handelsgesetzbuch, HGB).

Call Now Button