Ihre Steuerberater Richter & Ebner

Abziehbarkeit der von den Eltern getragenen Kosten für eine Unterkunft am Studienort

In einem vom Niedersächsischen Finanzgericht (FG) entschiedenen Fall nahm
eine Steuerpflichtige ein Medizinstudium in Frankfurt auf. Im Rahmen der Einkommensteuererklärung
machte sie umfangreiche vorweggenommene Werbungskosten geltend, darunter auch
Aufwendungen für eine Maklerprovision für die Anmietung einer Wohnung
sowie Mietzahlungen für die angemietete Wohnung und eine Garage. Die Verträge
wurden mit dem Vater abgeschlossen und die Aufwendungen von diesem auch bezahlt.

Das FG kam zu dem Entschluss, dass es sich bei den vom Vater getragenen Maklerkosten
um eigenen Aufwand der Tochter handelt, der von ihm aufgrund eines abgekürzten
Vertragsweges geleistet wurde. Entsprechend sind sie als Werbungskosten zu berücksichtigen.
Dass der Vater die Maklerkosten als Vertragspartner des vermittelten Mietvertrages
als eigene Schuld leistete, steht dem nicht entgegen.

Hinsichtlich der Mietzahlungen liegt nach Auffassung des FG aber kein Fall
des abgekürzten Zahlungsweges vor, da der Vater hier eigene Schulden aus
den Mietverträgen mit der Vermieterin tilgt. Zwar hat er die Zahlungen
aufgrund eines abgekürzten Vertragsweges geleistet. Gleichwohl führt
die Abkürzung des Vertragsweges hier nicht zu abziehbaren Aufwendungen
der Steuerpflichtigen.

Die Grundsätze des abgekürzten Vertragsweges sind nach Auffassung
des Bundesfinanzhofs (BFH) bei Dauerschuldverhältnissen nicht anwendbar.
Bei einem Mietverhältnis handelt es sich um ein Dauerschuldverhältnis.
Entsprechend ließ das FG die vom Vater geleisteten Mietzahlungen nicht
bei der Steuerpflichtigen als Werbungskosten zu.

Anmerkung: Die Revision zum BFH wurde wegen grundsätzlicher Bedeutung
zugelassen. Die Frage, ob im Fall abgekürzter Vertragswege die Abziehbarkeit
von Mietzahlungen und Zahlungen der Maklerprovision unterschiedlich beurteilt
werden können, ist höchstrichterlich noch nicht entschieden.