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Angemessenheit von Geschäftsführervergütungen bei mehreren Geschäftsführern

Die Angemessenheit der "Gesamtvergütung" von Geschäftsführern
wird von der Finanzverwaltung häufig angezweifelt, mit dem Ergebnis,
dass sie sie zumindest zum Teil als verdeckte Gewinnausschüttung
qualifiziert.



Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg versucht nunmehr in seinem Urteil vom
16.1.2008 mehr Rechtssicherheit für die Geschäftsführer zu
schaffen.



In dem Urteil heißt es: Für die Prüfung der Angemessenheit
der Gesamtvergütung eines Geschäftsführers nach dem
externen Betriebsvergleich können die in der sog. "Karlsruher
Tabelle" für nach Branche, Umsatz und Mitarbeiterzahl
vergleichbare Betriebe ausgewiesenen Beträge herangezogen werden.



Werden zwei Geschäftsführer beschäftigt, so sind die
Tabellenwerte nicht auf beide Geschäftsführer in der Weise
aufzuteilen, dass jeder nur die Hälfte der in der Tabelle
ausgewiesenen Beträge verdienen dürfte. Vielmehr sind die
Tabellenwerte zu verdoppeln und im Hinblick auf die Aufgabenteilung der
Geschäftsführer um einen im Einzelfall angemessenen Abschlag (im
Streitfall 25 %) zu kürzen. Die Gesamtbezüge beider Geschäftsführer
sind dem so ermittelten Wert gegenüberzustellen.



Bleibt der Gesellschaft eine Kapitalverzinsung von über 30 %, kann
von einer Gewinnabsaugung durch überhöhte Geschäftsführergehälter
auch dann keine Rede sein, wenn die Geschäftsführergehälter
den der Gesellschaft verbleibenden Gewinn vor Ertragsteuern übersteigen.