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Aufwendungen für Mieterschäden sofort abziehbare Werbungskosten

Instandsetzungs- und Modernisierungsaufwendungen, die innerhalb von 3 Jahren
nach Anschaffung des Gebäudes durchgeführt werden, gehören zu
den Herstellungskosten des Gebäudes, wenn die Aufwendungen (ohne Umsatzsteuer)
15 % der Gebäudeanschaffungskosten übersteigen. Diese können
nur im Wege der Abschreibung über die Nutzungsdauer steuerlich geltend
gemacht und nicht sofort abgezogen werden.

Aufwendungen des Vermieters zur Beseitigung von Schäden, die der Mieter
nach Erwerb einer Eigentumswohnung verursacht hat, können sofort als Werbungskosten
bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abgezogen werden. Das
entschied das Finanzgericht Düsseldorf (FG) in seinem Urteil vom 4.3.2016.

Im entschiedenen Fall hinterließ eine Mieterin die Wohnung in einem beschädigten
Zustand. Zur Beseitigung dieser Schäden wandte die Steuerpflichtige rund
20.000 € auf, die sie als sofort abzugsfähige Werbungskosten behandelte.
Hingegen vertrat das Finanzamt die Auffassung, es handele sich um sog. anschaffungsnahe
Herstellungskosten.

Das FG vertritt hier jedoch die Auffassung, dass – trotz Überschreitung
der 15-%-Grenze – keine anschaffungsnahen Herstellungskosten vorlagen. Die Gesetzesbegründung
lässt keine Anhaltspunkte dafür erkennen, dass der Gesetzgeber Aufwand
zur Beseitigung von Schäden nach Erwerb habe erfassen wollen. Auch können
in Fällen, in denen es zu einem Substanzverlust kommt, eine Absetzung für
außerordentliche Abnutzung in Anspruch genommen werden, die ebenfalls
mit einem sofortigen Abzug einhergeht. Schließlich gebietet die mit der
Regelung bezweckte Verwaltungsvereinfachung keine Qualifizierung derartiger
Aufwendungen als anschaffungsnahe Herstellungskosten.

Anmerkung: Das Verfahren ist beim Bundesfinanzhof (BFH) unter dem Aktenzeichen
IX R 6/16 anhängig. Ob dieser den Argumenten des FG folgt, wird sich zeigen.
Betroffene Steuerpflichtige können in abschlägigen Bescheiden Einspruch
einlegen und um Ruhen des Verfahrens bis zu einer endgültigen Entscheidung
durch den BFH bitten.