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Aufzeichnungen eines Diktiergeräts als Fahrtenbuch

Wieder einmal musste sich ein Finanzgericht (FG) – hier das FG Köln –
mit der Frage befassen, wann ein „ordnungsgemäßes Fahrtenbuch“
steuerlich anzuerkennen ist. Im entschiedenen Fall ging es um die mündliche
Aufnahme auf ein Diktiergerät und anschließende Aufzeichnung in eine
Excel-Tabelle.

Dazu äußerte sich das FG wie folgt: Aus dem Wortlaut und aus dem
Sinn und Zweck der Regelung im Einkommensteuergesetz folgt, dass die dem Nachweis
des zu versteuernden Privatanteils an der Gesamtfahrleistung dienenden Aufzeichnungen
eine hinreichende Gewähr für ihre Vollständigkeit und Richtigkeit
bieten und mit vertretbarem Aufwand auf ihre materielle Richtigkeit hin überprüfbar
sein müssen.

Dazu gehört auch, dass das Fahrtenbuch zeitnah und in geschlossener Form
geführt worden ist. Die vom Steuerpflichtigen besprochenen Kassetten stellen
aus nachfolgenden Gründen kein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch dar:

  • Sie sind, wenn auch unter Umständen mit Schwierigkeiten verbunden,
    jederzeit änderbar. Die heutigen technischen Möglichkeiten erlauben
    es, Bänder zu verändern, ohne dass ein Bruch erkennbar ist.
  • Außerdem kann jedes einzelne Band komplett neu besprochen werden.
  • Die Bänder sind nicht gegen Verlust gesichert.
  • Hat der Steuerpflichtige versehentlich während der Fahrt ein Band gelöscht
    und es neu besprochen, ist dies nicht feststellbar.
  • Es ist nicht mit vertretbarem Aufwand überprüfbar, ob die Bänder
    „eins zu eins“ in die Excel-Tabellen übertragen wurden.

Anmerkung: Das FG ließ die Revision zum Bundesfinanzhof wegen grundsätzlicher
Bedeutung der Frage zu, welche Anforderungen an ein ordnungsgemäßes
Fahrtenbuch unter Berücksichtigung der technischen Entwicklung in den letzten
Jahren zu stellen sind.