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Übergangsregelung bei Blockheizkraftwerken

Die Einstufung von Blockheizkraftwerken (BHKW) als wesentliche Bestandteile
von Gebäuden anstelle von selbstständigen beweglichen Wirtschaftsgütern
durch die Finanzverwaltung hat nicht nur Auswirkungen auf die Abschreibung,
sondern auch auf die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags (IAB). Mangels
Klassifizierung als abnutzbares bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens
ist dieser nicht mehr möglich.

Für alle vor dem 31.12.2015 angeschafften, hergestellten oder verbindlich
bestellten BHKW wurde Vertrauensschutz gewährt. Für solche Anlagen
besteht ein Wahlrecht zwischen neuer und alter Verwaltungsauffassung. Das
Wahlrecht ist spätestens für den Veranlagungszeitraum 2015 auszuüben.

Ist bereits im Jahr 2013 oder 2014 ein IAB gewinnmindernd abgezogen worden
und findet eine Investition bis 31.12.2015 nicht statt, so hätte die geänderte
Verwaltungsauffassung zur Folge, dass der IAB rückgängig zu machen
wäre und eine entsprechende Verzinsung ausgelöst würde.

Übergangsregelung: Um dieses Ergebnis für das Jahr 2016 zu
vermeiden, wird aus Vertrauensschutzgründen nach Abstimmung auf Bund-Länder-Ebene
das Wahlrecht, das Blockheizkraftwerk weiterhin als selbstständiges bewegliches
Wirtschaftsgut zu behandeln, für diese Fälle auf Blockheizkraftwerke
ausgedehnt, die vor dem 1.1.2017 tatsächlich angeschafft oder hergestellt
wurden. Dieses Wahlrecht ist im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung oder des
Feststellungsverfahrens für den Veranlagungszeitraum 2016 auszuüben.

Anmerkung: Muss das BHKW ausgetauscht werden, ist der anfallende Erhaltungsaufwand
sofort in voller Höhe steuerlich absetzbar.