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Ehescheidungskosten weiterhin steuerlich absetzbar?

In einem vom Finanzgericht Köln (FG) am 13.1.2016 entschiedenen Fall machte
eine Steuerpflichtige für 2014 in ihrer Einkommensteuererklärung ca.
2.400 € Rechtsanwalts- und Gerichtsgebühren als Scheidungskosten geltend.
Das Finanzamt berief sich auf die ab 2013 geltende Neuregelung im Einkommensteuergesetz,
wonach die steuerliche Berücksichtigung von Prozesskosten grundsätzlich
ausgeschlossen sind und lehnte die Berücksichtigung der Aufwendungen als
außergewöhnliche Belastungen ab.

Das FG kam jedoch zu dem Entschluss, dass die Kosten eines Scheidungsverfahrens
auch nach der aktuellen Gesetzeslage als außergewöhnliche Belastungen
absetzbar sind. Die Anerkennung der Scheidungskosten begründet es in seinem
Urteil damit, dass Rechtsanwalts- und Gerichtsgebühren eines Scheidungsverfahrens
nicht unter den Begriff der "Prozesskosten" fielen. Dies ergebe sich
sowohl aus der für Scheidungsverfahren geltenden Verfahrensordnung, wie
auch aus der Entstehungsgeschichte der Neuregelung zum Abzugsverbot zu den Prozesskosten.

Anmerkung: Das FG hat gegen sein Urteil die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen;
insofern ist diese Entscheidung noch nicht endgültig. Betroffene Steuerpflichtige
sollten jedoch mit Hinweis auf diese Entscheidung ihre Steuerbescheide offenhalten.