Ihre Steuerberater Richter & Ebner

Fahrtenbuch

Damit ein Fahrtenbuch von der Finanzverwaltung auch steuerlich
Anerkennung findet, müssen strenge Voraussetzungen erfüllt
werden. Hierzu haben Finanzgerichte erneut Entscheidungen treffen müssen,
die für die Praxis relevant und beachtenswert sind.


Ordnungsgemäßes Fahrtenbuch: Aufzeichnungen in einem
Fahrtenbuch müssen hinreichende Gewähr für ihre Vollständigkeit
und Richtigkeit bieten und mit vertretbarem Aufwand auf ihre materielle
Richtigkeit hin überprüfbar sein.


Das Fahrtenbuch muss zeitnah und in geschlossener Form geführt
werden; es muss die zu erfassenden Fahrten einschließlich des an
ihrem Ende erreichten Gesamtkilometerstandes vollständig und in ihrem
fortlaufenden Zusammenhang wiedergeben. Lose Notizzettel können schon
in begrifflicher Hinsicht kein Fahrtenbuch sein.


Die aufgrund von Originalaufzeichnungen erstellte Reinschrift eines "Fahrtenbuches"
ist kein geschlossenes Verzeichnis, wenn sie lediglich durch einen
Heftstreifen zusammengehalten wird.


Ärzte: Bloße Ortsangaben im Fahrtenbuch reichen
allenfalls dann aus, wenn sich der aufgesuchte Kunde oder Geschäftspartner
aus der Ortsangabe zweifelsfrei ergibt, oder wenn sich dessen Name auf
einfache Weise unter Zuhilfenahme von Unterlagen ermitteln lässt, die
ihrerseits nicht mehr ergänzungsbedürftig sind.



Die von einem Arzt dem einzelnen Patienten gegenüber zu wahrende
Verschwiegenheitspflicht zwingt nicht dazu, die Maßstäbe bei
der Führung eines Fahrtenbuches herabzusetzen; es gelten demgemäß
dieselben Grundsätze wie bei anderen Vielfahrern.



Computerprogramm: Eine mit Hilfe eines Computerprogramms erzeugte
Datei genügt den Anforderungen an ein ordnungsgemäßes
Fahrtenbuch nur dann, wenn nachträgliche Veränderungen an den zu
einem früheren Zeitpunkt eingegebenen Daten technisch ausgeschlossen
sind oder in ihrer Reichweite in der Datei selbst dokumentiert und
offengelegt werden.



Nutzungsverbot: Auch die formelle Vereinbarung eines
Nutzungsverbotes und das Vorhandensein eines Zweitwagens schließen
nicht aus, dass nach den Grundsätzen des Anscheinsbeweises eine
Privatnutzung für erwiesen gehalten werden kann.