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Fahrtkosten bei Vermietung und Verpachtung

Vermieter können Fahrtkosten zu ihren Vermietungsobjekten im Regelfall
in tatsächlicher Höhe oder mit einer Pauschale von 0,30 € für
jeden gefahrenen Kilometer als Werbungskosten geltend machen. In seiner Entscheidung
vom 1.12.2015 stellt der Bundesfinanzhof aber klar, dass die ungünstigere
Entfernungspauschale (0,30 € nur für jeden Entfernungskilometer) aber
dann anzuwenden ist, wenn das Vermietungsobjekt ausnahmsweise die regelmäßige
Tätigkeitsstätte des Vermieters ist.

Im entschiedenen Fall sanierte ein Steuerpflichtiger mehrere Wohnungen und
ein Mehrfamilienhaus und suchte die hierfür eingerichteten Baustellen 165
mal bzw. 215 mal im Jahr auf. Aufgrund der Vielzahl der Fahrten zu den beiden
Objekten kam das Finanzamt (FA) zu dem Ergebnis, dass der Steuerpflichtige am
Ort der Vermietungsobjekte seine regelmäßige Tätigkeitsstätte
habe. Die Fahrtkosten waren daher nach Ansicht des FA nur in Höhe der Entfernungspauschale
abziehbar.

Im Regelfall sucht ein Steuerpflichtiger ein Vermietungsobjekt allerdings nicht
arbeitstäglich auf, sondern in größerem oder kleinerem zeitlichem
Abstand, z. B. zu Kontrollzwecken, bei Mieterwechseln oder zur Ablesung von
Zählerständen. Zudem erfordert bei nicht umfangreichem Grundbesitz
die Verwaltung eines Mietobjekts in der Regel keine besonderen Einrichtungen,
wie z. B. ein Büro, sondern erfolgt regelmäßig von der Wohnung
des Steuerpflichtigen aus. In einem solchen Fall ist das Vermietungsobjekt nicht
der ortsgebundene Mittelpunkt der Vermietungstätigkeit.