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Gesetz zur Erhöhung des Grundfreibetrags, Kinderfreibetrags, Kindergeldes und zum Abbau der kalten Progression in Kraft

Der Bundesrat stimmte am 10.7.2015 dem Gesetz zur Anpassung von Familienleistungen
und zum Abbau der kalten Progression zu. Damit wird die in den Jahren 2014 und
2015 entstandene kalte Progression abgebaut und der Kinderfreibetrag, das Kindergeld,
der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende und der Kinderzuschlag für
Geringverdiener angehoben. Im Einzelnen sieht das Gesetz die folgenden Anpassungen
vor:

bisher
2015
2016
Kinderfreibetrag
7.008 €
7.152 €
7.248 €
Kindergeld für das 1. und 2. Kind
184 €
188 €
190 €
für das 3. Kind
190 €
194 €
196 €
für jedes weitere Kind
215 €
219 €
221 €
Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
1.308 €
1.908 €
1.908 €
für jedes weitere Kind
240 €
240 €
Unterhaltshöchstbetrag
8.354 €
8.472 €
8.652 €
Grundfreibetrag
8.354 €
8.472 €
8.652 €

 

  • Kindergeld: Das höhere Kindergeld wird automatisch gezahlt. Ein besonderer Antrag ist nicht erforderlich.
  • Kinderzuschlag für Geringverdiener: Anhebung zum 1.7.2016 um 20 €
    auf max. 160 € monatlich (vorher max. 140 € monatlich). Der Kinderzuschlag
    kommt Eltern zugute, die zwar ihren eigenen finanziellen Bedarf durch Erwerbseinkommen
    bestreiten können, aber nicht über ausreichend finanzielle Mittel
    verfügen, um den Bedarf ihrer Kinder zu decken.
  • Entlastungsbetrag für Alleinerziehende: Der für das zweite und
    weitere Kind(er) zu berücksichtigende Erhöhungsbetrag von jeweils
    240 € kann im Lohnsteuerermäßigungsverfahren 2015 geltend
    gemacht werden. Hierzu ist ein entsprechender Antrag beim Wohnsitzfinanzamt
    zu stellen.
  • Unterhaltshöchstbetrag: Die Erhöhung entspricht der Anhebung des
    Grundfreibetrags und führt dazu, dass künftig höhere Unterhaltsleistungen
    steuerlich berücksichtigt werden können.

 

Abbau der kalten Progression: Durch die Anhebung des Grundfreibetrags und die
Anpassung der Eckwerte des Steuertarifs soll ein Ausgleich der 2014 und 2015
entstandenen kalten Progression erreicht werden. Dafür wird der Grundfreibetrag
rückwirkend zum 1.1.2015 erhöht. Gleichzeitig werden die Eckwerte
ab 1.1.2016 um die kumulierte Inflationsrate der Jahre 2014 und 2015 in Höhe
von 1,48 % angehoben. Die durch die Anhebung des Grundfreibetrags eintretende
Entlastung für 2015 wird bei der Lohnabrechnung für Dezember 2015
berücksichtigt. Steuerpflichtige müssen nicht aktiv werden, um in
den Genuss der – bescheidenen – Entlastungen zu kommen.