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Hirnhautentzündung zu spät erkannt – Krankenhaus haftet

Das Oberlandesgericht Oldenburg (OLG) hat ein Krankenhaus verurteilt, einem
Kind wegen einer zu spät erkannten Hirnhautentzündung Schmerzensgeld
zu zahlen und Schadensersatz zu leisten.

Im entschiedenen Fall wurde ein 5 Jahre alte Junge mit Schüttelfrost und
hohem Fieber in das Krankenhaus eingeliefert und dort stationär aufgenommen.
Die Ärzte leiteten eine Infusionstherapie ein. Der Zustand des Kindes besserte
sich jedoch nicht. Im Laufe des Abends und der Nacht erbrach es mehrfach. Gegen
4.00 Uhr nachts löste sich dabei die Infusionsnadel.

Der von der Mutter des Kindes herbeigerufene Pfleger sah jedoch keinen Handlungsbedarf.
Gegen 7.00 Uhr wurde der diensthabende Arzt darüber informiert, dass sich
am Körper des Kindes ungewöhnliche Hautverfärbungen zeigten.
Die Ärzte vermuteten das Vorliegen einer Hirnhautentzündung und begannen
sofort mit einer Notfallversorgung. Eine Laboruntersuchung bestätigte den
Verdacht – mit fatalen Folgen für das Kind.

Der Junge, vertreten durch seine Eltern nahm, das ostfriesische Krankenhaus
auf Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 350.000 € und Schadensersatz
in Anspruch. Er machte geltend, dass die Hirnhautentzündung grob fehlerhaft
zu spät erkannt worden sei. Spätestens gegen 4.00 Uhr nachts habe
Handlungsbedarf bestanden. Es hätte sofort ein Arzt hinzugerufen und eine
Notfallbehandlung eingeleitet werden müssen.

Bereits die Vorinstanz zeigte sich nach durchgeführter Beweisaufnahme
von einem groben Behandlungsfehler des Pflegers überzeugt. Dieser hätte
in der Nacht bereits deswegen einen Arzt benachrichtigen müssen, weil sich
die Infusionsnadel gelöst hatte und die Therapie dadurch unterbrochen worden
war. Der jetzige Gesundheitszustand des Kindes sei auf die verzögerte Notfallversorgung
zurückzuführen. Diese Auffassung bestätigte auch das OLG.