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Kein Abzug größerer Erhaltungsaufwendungen durch Einzelrechtsnachfolger

Hat der Nießbraucher größere Erhaltungsaufwendungen auf mehrere
Jahre verteilt und wird der Nießbrauch innerhalb des Verteilungszeitraums
beendet, kann der Eigentümer den verbliebenen Teil der Aufwendungen nicht
als Werbungskosten geltend machen. Dies hat das Finanzgericht Münster (FG)
mit Urteil vom 15.4.2016 entschieden.

Im entschiedenen Fall ist eine Steuerpflichtige Eigentümerin eines vermieteten
Grundstücks, das sie von ihrer Mutter unter Zurückbehaltung eines
lebenslänglichen Nießbrauchsrechts übertragen bekommen hatte.
Die Mutter, die vereinbarungsgemäß alle Lasten des Grundstücks
zu tragen hatte, ließ auf ihre Kosten eine neue Heizungsanlage und neue
Fenster einbauen. Auf ihren Antrag verteilte das Finanzamt die hieraus resultierenden
Werbungskosten auf 3 Jahre.

Die Beteiligten hoben den Nießbrauch vorzeitig auf, sodass nunmehr die
Steuerpflichtige die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielte.
Sie machte in der Folgezeit den von der Mutter noch nicht in Anspruch genommenen
Teil des Erhaltungsaufwands als Werbungskosten geltend. Dies lehnte das Finanzamt
ab. Vielmehr seien die restlichen Aufwendungen in voller Höhe im Jahr der
Beendigung des Nießbrauchs bei der Mutter abzuziehen.

Das FG kam zu dem Entschluss, dass die Steuerpflichtige die von ihrer Mutter
getragenen Erhaltungsaufwendungen nicht als Werbungskosten geltend machen kann,
weil es hierfür an einer Rechtsgrundlage fehlt. Die für die Fortführung
von AfA durch den Einzelrechtsnachfolger enthaltene Regelung kann auf die Verteilung
größerer Erhaltungsaufwendungen nicht analog angewandt werden.

Anmerkung: Das FG hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.