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Keine Haftung bei Gefälligkeit

Bei unentgeltlicher Hilfeleistung im Rahmen eines Gefälligkeitsverhältnisses
kommt dem Gefälligen eine Begrenzung der Haftung auf Vorsatz und grobe
Fahrlässigkeit zugute, wenn es sich um eine typisch alltägliche und
unentgeltliche Gefälligkeit unter Nachbarn handelt und ein Schaden im Zusammenhang
mit den bei der Ausübung der Gefälligkeit eigentümlichen Gefahren
entsteht, der durch eine Versicherung des Geschädigten abgedeckt ist. Das
gilt unabhängig davon, ob der Schädiger über eine Privathaftpflichtversicherung
verfügt.

Der Gefällige handelt nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Koblenz
vom 7.7.2015 nicht grob fahrlässig, wenn er wie im entschiedenen Fall nach
dem Wässern des Gartens seines Nachbarn mit einem an der Außenzapfstelle
des nachbarlichen Hauses montierten Wasserschlauch nur die am Schlauch befindliche
Spritze zudreht, ohne die Wasserzufuhr abzustellen. Er muss nicht damit rechnen,
dass nach einem Lösen des unter Wasserdruck stehenden Schlauchs aus der
Spritze Leitungswasser in das Gebäude des Nachbarn eindringt und zu Beschädigungen
im Untergeschoss führt.

Anmerkung: Ähnlich entschied auch das Oberlandesgericht Celle in
seinem Urteil vom 3.4.2014, in dem ein Handwerker unentgeltlich eine zusätzliche
Arbeit nebenbei, die in keinem Zusammenhang mit den beauftragten Arbeiten stand,
erledigte.