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Schadensberechnung für urheberrechtswidrig auf der Homepage veröffentlichte Fotos

Wer ein Foto ohne Zustimmung des Fotografen auf seiner Homepage veröffentlicht,
schuldet diesem als Inhaber des Urheberrechts Schadensersatz in Höhe einer
angemessenen Lizenzgebühr. Die Höhe dieser Gebühr kann auf der
Grundlage eines Lizenzbetrages bemessen werden, den der Fotograf für das
Foto mit seinem Auftraggeber vereinbart hat, wenn der Auftraggeber das Foto
zu Vertriebszwecken weitergegeben und der Zweitnutzer keine Folgelizenz erworben
hat. Das hat das Oberlandesgerichts Hamm (OLG) am 17.11.2015 entschieden.

Im entschiedenen Fall erstellte ein international erfolgreicher Modefotograf
im Auftrag eines Unternehmens, welches Bade- und Strandbekleidung herstellt,
ca. 6.000 Modefotografien. Diese überließ er seinem Auftraggeber,
unter anderem zur Verwendung auf dessen Homepage, ohne eine Vereinbarung über
die Weitergabe der Fotos an die Vertriebspartner des Auftraggebers zu treffen.

Ein anderes Unternehmen betreibt ein Wäsche- und Bademodengeschäft
und bewirbt dieses im Internet. Es vertreibt u. a. Waren des Bademodenherstellers,
des Auftraggebers des Fotografen. Dieses Unternehmen stellte 11 Fotos, die es
von dem Hersteller erhalten hatte, für ca. 11 Monate zu Werbezwecken auf
seine Homepage ein. Zwischen dem Fotografen und dem Zweitnutzer war nun streitig,
ob und gegebenenfalls in welcher Höhe das Geschäft für die Benutzung
der Fotos Schadensersatz zu leisten hat.

Das OLG hat dem Fotografen dem Grunde nach Schadensersatz zuerkannt, in der
Höhe jedoch nur einen Betrag von 110 € (10 € pro Bild) als gerechtfertigt
angesehen. Als Verletzter konnte er die Vergütung verlangen, die ihm bei
einer ordnungsgemäßen Übertragung des Nutzungsrechts gewährt
worden wäre (sog. Lizenzanalogie). Bei der Schadensberechnung werde der
Abschluss eines Lizenzvertrages zu angemessenen Bedingungen fingiert.