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Schlechtere ertragsteuerliche Einstufung von Blockheizkraftwerken

Die obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder teilen mit
Schreiben vom 17.7.2015 mit, dass sie nunmehr Blockheizkraftwerke (BHKW) entgegen
der bisherigen Verwaltungsauffassung wie ein wesentliches Bestandteil des Gebäudes
statt wie zuvor als selbstständiges bewegliches Wirtschaftsgut behandeln
werden. Dies hat zur Folge, dass sie zwar weiterhin der linearen Abschreibung
unterliegen, allerdings gilt die für Gebäude betriebsgewöhnliche
Nutzungsdauer von 50 Jahren. Die durchschnittliche Lebensdauer eines BHKWs ist
i. d. R. jedoch deutlich niedriger. Muss das BHKW ausgetauscht werden, ist der
anfallende Erhaltungsaufwand sofort in voller Höhe steuerlich absetzbar.

Die alte Verwaltungsauffassung stufte die BHKW als selbstständige, vom
Gebäude losgelöste bewegliche Wirtschaftsgüter ein und erlaubte
für Abschreibungszwecke eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von
10 Jahren zugrunde zu legen.

Diese Einstufung hat auch Auswirkungen auf die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags
und der Investitionszulage. Mangels Klassifizierung als abnutzbares bewegliches
Wirtschaftsgut des Anlagevermögens sind diese nicht mehr möglich.

Anmerkung: Für alle vor dem 31.12.2015 angeschafften, hergestellten
oder verbindlich bestellten BHKW wird Vertrauensschutz gewährt. Für
solche Anlagen besteht ein Wahlrecht zwischen neuer und alter Verwaltungsauffassung.
Das Wahlrecht ist spätestens für den Veranlagungszeitraum 2015
auszuüben.