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Verlust bei nahezu wertlosen Kapitalforderungen

Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehört auch der Gewinn
bzw. der Verlust aus der Veräußerung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft,
sofern die Beteiligung weniger als 1 % beträgt.

Eine steuerlich wirksame Veräußerung liegt nach Auffassung der Finanzverwaltung
dann jedoch nicht vor, wenn der Veräußerungspreis die tatsächlichen
Transaktionskosten nicht übersteigt. Ist also der Verkaufspreis niedriger
als die Transaktionskosten, erkennt die Finanzverwaltung den Verlust nicht an.
Das trifft insbesondere auf Aktien zu, die zu einem hohen Kurs gekauft wurden
und heute nur noch einen geringen Wert haben.

Beispiel: Kaufpreis eine Aktienpakets in Höhe 10.000 €, Veräußerungspreis
50 €, Veräußerungskosten 90 €. Nachdem der Veräußerungspreis
geringer ist als die Transaktionskosten, ist nach Auffassung der Finanzverwaltung
der Verlust in Höhe von (10.000 € + 90 € – 50 € =) 10.040
€ steuerlich nicht abzugsfähig.

Anmerkung: Diese Auffassung der Finanzverwaltung ist in der steuerlichen
Praxis höchst umstritten. Betroffene Steuerpflichtige, die diese Auffassung
nicht teilen, sollten die Verluste in der Einkommensteuererklärung angeben.
Bei einem ablehnenden Bescheid bleibt dann allerdings nur der Klageweg.