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Versicherungspflicht eines Juweliers für Kundenschmuck

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte sich mit der Frage zu befassen, ob ein Juwelier
verpflichtet ist, zur Reparatur oder zum Ankauf entgegengenommenen Kundenschmuck
gegen das Risiko des Verlustes durch Diebstahl oder Raub zu versichern, und
– falls kein Versicherungsschutz besteht – hierüber den Kunden aufzuklären.

Die Richter kamen zu dem Entschluss, dass ein Juwelier zwar generell nicht
verpflichtet ist, zur Reparatur oder Abgabe eines Ankaufsangebots entgegengenommenen
Kundenschmuck gegen das Risiko des Verlustes durch Diebstahl oder Raub zu versichern.
Aufklärungspflichtig über den nicht bestehenden Versicherungsschutz
ist der Juwelier allerdings dann, wenn es sich um Kundenschmuck von außergewöhnlich
hohem Wert handelt oder der Kunde infolge Branchenüblichkeit des Versicherungsschutzes
eine Aufklärung erwarten darf.

In dem entschiedenen Fall handelte es sich um zur Reparatur abgegebenen Schmuck
im Wert von ca. 2.900 €, der bei einem Raubüberfall entwendet wurde.
Einen außergewöhnlich hohen Wert hat der BGH hier verneint.