Ihre Steuerberater Richter & Ebner

Weniger Dokumentation beim Mindestlohn

Seit 1.1.2015 gilt der Mindestlohn von 8,50 € auch für Minijobs und
in Privathaushalten – nach einer Einführungsphase mit Ausnahmen – für
alle in Deutschland tätigen Beschäftigten. Ausgenommen vom Mindestlohn
sind z. B. Jugendliche unter 18 Jahren ohne Berufsabschluss, Zeitungszusteller
(mit einer Übergangsregelung) und Praktikanten, die sog. Pflichtpraktika
ausüben.

Bei Minijobbern, kurzfristig Beschäftigten und in bestimmten Branchen
sind Arbeitgeber verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit
von Arbeitnehmern spätestens bis zum Ablauf des 7. auf den Tag des der
Arbeitsleistung folgenden Kalendertages aufzuzeichnen und diese Aufzeichnungen
mindestens 2 Jahre aufzubewahren. Das gilt entsprechend für Entleiher,
denen ein Verleiher Arbeitnehmer überlässt.

In der bisherigen Mindestlohndokumentationspflichten-Verordnung vom 18.12.2014
wurde bestimmt, dass die Dokumentations- und Meldepflichten für Arbeitnehmer,
deren verstetigtes regelmäßiges Monatsentgelt brutto 2.958 €
überschreitet, seit 1.1.2015 nicht gelten. Mit der Verordnung vom 29.7.2015
wurden die Aufzeichnungspflichten für Arbeitnehmer, deren verstetigtes
regelmäßiges Monatsentgelt brutto 2.000 € überschreitet
und der Arbeitgeber dieses Monatsentgelt für die letzten vollen 12 Monate
nachweislich gezahlt hat, aufgehoben.

Die Aufzeichnungspflichten gelten auch nicht für im Betrieb des Arbeitgebers
arbeitende Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Kinder und Eltern des Arbeitgebers.
Das gilt auch – wenn der Arbeitgeber eine juristische Person oder eine rechtsfähige
Personengesellschaft ist – bei vertretungsberechtigten Organen der juristischen
Person oder eines Mitglieds eines solchen Organs oder eines vertretungsberechtigten
Gesellschafters der rechtsfähigen Personengesellschaft. Diese Regelungen
gelten seit dem 1.8.2015.