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Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen doch abzugsfähig?

Mit seiner Entscheidung vom 2.12.2014 legt der Bundesfinanzhof (BFH) fest,
dass, auch wenn es sich bei vom Steuerpflichtigen geltend gemachten Beratungskosten
für Selbstanzeigen um Werbungskosten bei seinen Einkünften aus Kapitalvermögen
handelt, diese im Streitjahr 2010 nicht mehr als Werbungskosten steuerlich angesetzt
werden können. Denn mit der Einführung einer Abgeltungsteuer für
private Kapitalerträge durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 hat
der Gesetzgeber ein umfassendes Abzugsverbot für Werbungskosten angeordnet.
An der Verfassungsmäßigkeit der Regelung hegte er keine Zweifel.

Bitte beachten Sie! Gegen diese Entscheidung des BFH ist Verfassungsbeschwerde
eingelegt worden, die beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG) unter dem Az. 2
BvR 878/15 anhängig ist. Es wird empfohlen, in gleichgelagerten Fällen
Einspruch einzulegen und Ruhen des Verfahrens zu beantragen. In diesem Zusammenhang
stellt sich die Frage, ob eine grundsätzliche Festlegung zum Abzug von
Werbungskosten bei Kapitalvermögen getroffen wird.